2012 to come

Ich hab Angst vor 2012, wirklich. Es ist das Ende der Ausbildung. Mein Kollege versucht zwar, mir die Angst vor den Abschlussprüfungen (schriftlich und mündlich) zu nehmen, aber so richtig… klappt das nicht. Und dann das, was danach kommt. Alles so ungewiss. Ich richte mich zwar derzeit auf Bewerbungen ein, werde im neuen Jahr definitiv damit durchstarten, aber wo werde ich landen? Muss ich umziehen? Wie sicher sind die Jobs?

Also alles, was nach Mitte Juli ist, liegt momentan im Dunkeln und das macht mir Angst. Außerdem glaube ich, dass ich leider wieder nicht viel Zeit und vor allem kein Geld für meine Hobbies haben werde. Also wieder ein Jahr, in dem ich kaum fotografiere, kaum lese und in meiner Familienforschung nicht weiterkomme.

Außerdem ziehe ich mich momentan zunehmend aus meinem Freundeskreis zurück. Ich komme da irgendwie grad nicht klar, weil ich viele Einstellungen nicht teile und meine Freunde mit meinen Vorlieben nichts anfangen können. Ich verbringe dafür viel Zeit in der evju, aber das ist halt irgendwie immer Arbeit und die Leute, die ich dort kenne, kenne ich auch nur in diesem Zusammenhang. Es sind keine privaten Freunde von mir, würde ich aktuell sagen. Schade, aber ist so. Ich hab also Angst, zu vereinsamen… Und das erst recht, wenn ich umziehen muss, weil es mir eben nicht leicht fällt, Menschen kennen zu lernen.

Mein Vorsatz für das Jahr ist also, hauptsächlich gegen meine Ängste entgegenzuwirken. Also fotografieren, lesen, irgendwie meine Familienforschung voranzutreiben und von mir aus auf andere zugehen und schauen, wo ich alte Freundschaften noch retten kann.

Und ihr so?

6 Gedanken zu “2012 to come

  1. Duergy sagt:

    Deine Sorgen kenne ich Jana. Das mit dem Freundeskreis kenne ich auch zur genüge so war es damals als 17/18 Jähriger so das ich mir einen reiferen Freundeskreis aufgebaut habe, da ich auch oft Meinungen nicht teilte und viel zu Unreif fande. Angefangen bei “Kiffen ist cool” weiter bei der Musikrichtung etc. Das geht natürlich auch nicht von heute auf morgen und meistens merkt man es erst im Rückblick, aber wenn dir die Leute in deinem jetzigen Freundeskreis nicht zusagen dann Distanziere dich einfach von ihnen und schaue wo du vllt. Leute findest mit denen du dich besser Verstehst.

    Was deine Sorgen bzgl. des Jobs angeht kann ich dir auch nur sagen das du da nicht alleine bist. Wichtig dabei ist, das du einfach einen Weg findest damit umzugehen und evtl. einfach schon Vorkehrungen triffst.

    Ob ein Jahr schlecht wird finde ich im Vorfeld immer schwer. Vllt. wird es auch einfach ein Super Jahr. Weil du Leute findest die deine Hobbies cool finden, du einen Job findest wo du auch neue Freunde kennen lernst usw. Ich würde sagen geb doch 2012 einfach eine Chance.

    • Jana sagt:

      Früher hatte ich das auch mal. Damals hab ich mich wirklich von meinen “Freunden” distanziert und mir neue gesucht. Und diese “Neuen” sind jetzt auch ganz anders. Das hängt aber auch mit meiner “Fremdenfeindlichkeit” zusammen. Ich mag es nicht, wenn in meinen engen Freundeskreis Leute dazukommen, die Neu sind und die mir unsympathisch sind. Und außerdem haben wir ein paar Leute verloren durch Wegzug, Tod, … Und ich hab mich auch verändert. Aber ich kann und will mich auch nicht distanzieren, weil ich sie wirklich mag! Obwohl ich mir aktuell nicht sicher bin, ob sie mich wirklich so nehmen wie ich bin oder ob sie mich lieber an sich anpassen würden… Schwierige Geschichte. Beispiele will ich hier aber nicht ausführen!
      Das mit dem Job ja, da bist du ein gutes Beispiel für jemanden, der sicher was kann und sich auch bemüht, aber so viel Glück nicht hat. Oder hast du inzwischen was dauerhaftes gefunden? Ich bin leider in deinem Blog nicht auf dem Laufenden.
      Ich geb dem Jahr definitiv eine Chance, aber ich hab Angst. Eigentlich kann mich das Jahr ja gar nicht mehr enttäuschen, weil ich nicht viel erwarte und es somit nur besser werden kann. Zumindest meine Abschlussprüfung werde ich gut machen, denke ich, auch wenn ich mich im Vorfeld echt tierisch irre machen und voll paniken werde!

  2. Peter Basse sagt:

    Also ich bin da auch zuversichtlich, dass Du die Abschlußprüfung bestehen wirst. Daran kannst Du aber auch sehen, dass Ängste durchaus etwas gutes sind. Es entsteht ein heilsamer Druck für die Prüfung zu lernen.
    Mit den anderen Ängsten, über die Du schreibst, ist es natürlich schon etwas komplizierter.
    Was ist nach der Prüfung ? Ändert sich mein soziales Umfeld und wenn ja, wie ? Was ist mit meinen Freunden ?
    Hinsichtlich Deines Freundeskreis hast Du es schön beschrieben, dass Du es nicht magst, wenn Leute hinzukommen und (!) sie Dir unsympathisch sind.
    Das bedeutet doch wohl auch, dass Dir neue Leute auch sympathisch und damit willkommen sein können.
    Wegen der anderen ist das so eine Sache. Habe ich da nur so ein unbestimmtes Grummeln im Magen, wird das voraussichtlich auch nichts. Aber das ist auch in Ordnung so, da ja nicht jeder mein Freund sein muss !
    Mit dem anpassen habe ich es immer so gehalten, dass ich darauf geachtet habe den Kern meiner Persönlichkeit zu behalten, d.h. mich und meine Grundsätze und Überzeugungen nicht zu verbiegen. Dann gibt es aber sich auch im Alltag so Randbereiche, wo mir das nicht so existenziell wichtig ist wie z.B. die Frage nach einem bestimmten Kinofilm oder man in die Pizzeria oder lieber zum Chinesen geht. Ich denke, dass beide Seiten diese Randbereiche locker handhaben sollten.
    Es ist aber in Freundschaften eben auch so, dass man sich selber oder die Freunde sich verändern. Daran können beide Seiten wachsen oder aber es passt eben nicht mehr.
    Wenn es nicht mehr passt, ist es bei aller Beunruhigung und Trauer über den Verlust auch in Ordnung so.
    Ich habe in meinem Leben ganz oft unbedingt festhalten wollen an Beziehungen und es ging trotzdem nicht.
    Dann habe ich gelernt, dass wir uns immer in ganz bestimmten Lebensphasen, manchmal auch Krisen, kennengelernt haben und dass dann das beste war, was mir passieren konnte.
    Diese Berührungspunkte haben die Beziehung dann getragen und irgendwie habe ich im Nachhinein das so gesehen, dass wir sogar so was wie Schutzengel füreinander waren.
    Das kann einem niemand mehr nehmen !
    So wichtig es nun ist, dies als Schatz in sich zu bewahren, so wichtig ist es auch loszulassen.
    Natürlich wünscht sich meine Seele Nähe und Harmonie und dass dies möglichst ewig dauern möge.
    Aber es hilft eben dann doch etwas genauer hinzuschauen, was uns tatsächlich noch verbindet.
    Dann wird es sich zeigen, dass wir eben füreinander in einer ganz bestimmten Lebensphase wichtig füreinander waren und dass es dann aber auch gut ist.
    Dass Beziehungen endlich sind, siehst Du ja am brutalsten im Falle des Todes.
    Da hilft dann all das, was ich gerade gesagt habe, einfach nicht mehr.
    Vielleicht ist es aber nur der eine Punkt, dass die Beziehung ein Geschenk war, das ich als Schatz in mir bewahren kann.
    Mit der Zukunftsangst verhält es sich dann ähnlich, dass ich da ebenso wenig ausrichten kann wie beim Tod — sie ist einfach da.
    Aber hier gilt doch folgendes:
    Ich kann ja nun wirklich nicht wissen, was in der Zukunft passiert, und ich kann auch nicht ändern, was in der Vergangenheit geschehen ist.
    Aber da ist dieser Schnittpunkt zwischen Vergangenheit und Zukunft und das ist der Augenblick, das Hier und Jetzt.
    Bei allem sonstigen Unvermögen offenbart sich aber im Augenblick die große Macht des Menschen, dass ich eben hier gestalterisch wirken kann.
    Ohne die Last der Erinnerungen und den Bammel vor der Zukunft wird für mich das Leben dann richtig farbenfroh und ich kann kraftvoll zumindest die Grundlagen dafür schaffen, dass das Leben z.B. nach einer bestandenen Prüfung in meinem Sinne verläuft.
    Mehr geht einfach nicht, auch wenn ich mich noch so abstrampele.
    Wenn ich so durch das Leben in der Gegenwart immer mehr von meiner eigenen Kraft erfahren, stärkt mich dies für die künftigen Anforderungen des Lebens, was immer diese auch sein mögen.
    Peter Basse

    • Jana sagt:

      Danke für deinen ausführlichen Kommentar und deine Einschätzung!
      Die Differenzen mit meinen Freunden sind leider nicht nur Randbereiche, sondern für mich ziemlich wichtig… Ich könnte jetzt nicht einfach so guten Gewissens sagen, dass meine Freunde mich so annehmen wie ich bin, ohne mich verbiegen zu wollen. Weil ich weiß bzw aktuell denke, dass es so nicht ist.

  3. Miss K. sagt:

    Ich kann dich in der Sache wirklich verstehen. Gerade was die Sache mit den Freundschaften angeht.
    Mir fällt es leider auch sehr schwer neue Freundschaften zu schließen. Irgendwie sind es eben auch die Erfahrungen die ich damals gemacht habe und mich somit irgendwie vor neuen Enttäuschungen schützen möchte.
    Auch habe ich selber schon einmal festgestellt, dass ich einfach andere Interessen habe, bzw. einfach nicht diesselbe begeisterung in etwas stecken kann wie andere.
    Aber ich glaube es ist auch ganz normal, dass wir uns immer wieder von Leuten entfernen. Momentan stelle ich z.B. auch fest, dass Leute mit denen ich mich vor circa. 1 – 2 Jahren noch super verstand heute eigentlich gar nicht mehr zu mir und meinen Charakter passen. Ich glaube dies hat wirklich noch etwas mit der Entwicklung zutun. Wir sind zwar keine kleinen Mädchen mehr, aber so wirklich ausgreift sind wir auch noch nicht, was ich auch irgendwie nur bestätigen kann. Ich glaube die Charakterliche Veränderung die ich seit letztem Jahr gemacht habe, zeigt mir nur, dass ich noch immer nicht am Ziel bin.

    • Jana sagt:

      Ja ich denke auch, dass es mir da so geht wie dir. Ich bin auch nicht so ganz angekommen und suche noch so’n bisschen den mittelweg, was ich nicht doch von meinem “kleinen Mädchen-Ich” behalten kann. So langsam kriege ich es hin, dass sich auch meine Freunde ein klitze kleines bisschen verändern… Ja doch, beenden muss ich die Freundschaften nicht und will ich auch nicht, aber wir müssen alle ein bisschen arbeiten und die Frage ist, ob die anderen da genauso zu bereit sind wie ich…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Log Out / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Log Out / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Log Out / Ändern )

Verbinde mit %s