Diskussion im Internet…

Heute habe ich mich auf Google+ in eine Diskussion eingeklinkt. Aber daraus wird mir mal wieder der Nachteil bewusst, den schriftliche Konversation so mit sich bringt. Erstens schreibt jemand etwas, während ich etwas schreibe und somit ist es doppelt, bzw. man redet die ganze Zeit aneinander vorbei, weil man einige Infos noch nicht hat. Außerdem ist mein Internet wohl relativ langsam was das Aktualisieren von hitzigen Diskussion angeht. Und zweitens kommt es zu Missverständnissen und plötzlich wird man bezichtigt, beleidigend zu sein. Und Letzteres passiert mir irgendwie öfter…  Das liegt mMn daran, dass die Leute sich nicht genug Zeit nehmen, Wort für Wort zu lesen und den Sinn zu verstehen und zusätzlich daran, dass mir manchmal wohl doch die Worte fehlen, mich adäquat ausdrücken. Legen wir mal als Ziel für 2012 fest, eben dies zu lernen.

Ausgangspunkt der Diskussion war folgendes:

Ich glaub ich spinne - der werde ich doch tatsächlich gefragt, ob ich ihr etwas Geld leihen könnte und im ersten Augenblick denke klar doch. Schliesslich ist sie arbeitslos und so.

Doch als ich frage für was man denn das Geld bräuchte, bekomme ich doch zur Antwort – man wolle ein paar Silvester Knaller etc. kaufen.

Tja, ich hab dann einfach ohne weiteren Kommentar aufgelegt. War doch richtig oder ?

Also ich geantwortet habe, hatte ich nur – NUR – diese Information. Ich habe die Sätze mehrmals durchgelesen und war schon ein wenig sauer. Meine Antwort war, dass man natürlich Geld leihen könne. Wieso sollten Arbeitslose nicht auch am Gesellschaftlichen Leben teilnehmen und ein paar Silvester Knaller oder Raketen haben dürfen? Es geht ja um Geld leihen und nicht schenken. Wenn ich Geld verleihe (das sagte auch eine andere Diskussionteilnehmerin) dann geht es darum, ob eine Person so vertrauenswürdig ist, dass ich ihr mein Geld für einen Zeitraum – bis ich es eben zurück bekomme – zu leihen. Dabei ist vollkommen irrelevant, wofür diese Person das Geld verwenden möchte, denn ich kann mir ja nicht anmaßen, zu entscheiden, was diese Person von ihrem Geld kaufen wird. Schließlich wird die Person es ja wiedergeben und dann halt in dem Monat auch evtl auf etwas anderes verzichten müssen.

Mit der Zeit kamen dann weitere Kleinigkeiten zu Tage, wodurch klar wurde, dass derjenige, der dies gepostet hat, das Geld nicht geben wollte, weil er eben schon schlechte Erfahrungen mit der Person gemacht, die eben diese Gutmütigkeit, helfen zu wollen, schon öfter ausgenutzt hat und sich öfter neue Tattoos stechen lässt (die ja bekanntlich wirklich nicht billig sind). Gleichzeitig wurde eingeräumt, dass er bei Mietschulden trotz der schlechten Erfahrungen geholfen hätte, aber bei Knallern halt nicht. Das wendet das Blatt um 180°! In diesem Fall hätte ich natürlich auch kein Geld geliehen! Aber diese für die Entscheidung relativ wichtigen Infos kamen erst peu à peu ans Licht.

Gleichzeitig schalteten sich auch andere ein, die – ebenfalls OHNE das Hintergrundwissen – meinten, dass die Entscheidung ja richtig wäre, weil man Geld nur leiht, wenn die Person auch Geld benötigt. Und Knaller seien kein Grund für das man Geld benötigt. Viel eher solle man das Unterbewusstsein der Person stärken, dass man verantwortungsvoll mit Geld umzugehen hat und notfalls halt auch mal kein Geld da sei. Das fand ich ein bisschen zu selbstherrlich, denn wie gesagt, zu dem Zeitpunkt ging ich davon aus, dass eine Person sich Geld leihen möchte, dass sie später auch zurück geben wird. Eventuell hat die Weihnachtszeit ein bisschen sehr auf’s Portemonnaie gedrückt oder es kam eine unerwartete Zahlung – das alles konnten wir Diskussionsteilnehmer ja nicht wissen und mir selbst geht es ja auch so. Und nach Geld fragen ist halt auch nicht immer leicht. Ich habe tatsächlich von meiner Mum schonmal Geld für eine Party bekommen (ich hatte echt kein Geld mehr für den Eintritt!), damit ich eben nicht nur alleine zuhause sitze, sondern auch mal meine Freunde sehen kann. Klar kann man auch genug Feuerwerk sehen, aber das ist halt nicht so, als wenn man selbst mitmacht. Ich persönlich komme prima ohne Knallzeug aus, aber andere vielleicht nicht. Außerdem kam auch der Vergleich mit einer Bank, die auch nach dem Grund fragt, wenn man einen Kredit haben möchte, und auch mal ablehnt.

Weil ich nun diesem einen Diskussionsteilnehmer gesagt habe, dass ich es selbstherrlich und anmaßend finde, über die Bedürfnisse und das Geld anderer bestimmen zu wollen, wurde mir gesagt, dass ich mit Beleidigungen auch nur kurzfristig ein paar Plusse bekomme. Gut. Also erstmal: Nichts, was ich bei Google+ schreibe, schreibe ich, um dafür geplusst zu werden! Der wohl beleidigendste Satz von mir war wohl “+XY Da spricht wohl jemand der ganz wenig Geld hat, wa! Das ist dreist anmaßend, was du da ablässt!”

Im Endeffekt kamen ja diese Kleinigkeiten noch zu Tage und schließlich hab ich dem Poster der allerersten Meldung auch gesagt, dass es in diesem speziellen Fall doch ok war, so zu handeln, wenn man eben dieses Hintergrundwissen hat. Aber das ist halt auch immer von Situation zu Situation zu prüfen und nicht zu pauschalisieren!

Wie seht ihr die Sache? Wie hättet ihr in der Situation reagiert und welche der Positionen wäre am ehesten eure? Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass meine Meinung falsch ist und ich werde sie nicht ändern. Aber ich sollte wohl online echt die Klappe halten, mich hat letztens schonmal jemand falsch verstanden…

Doktor oder nicht?

Ein Artikel, der mir schwer fällt. Denn eigentlich will ich nicht über Themen schreiben, die sowieso grad in aller Munde sind. Ich will über Themen schreiben, die mich beschäftigen – und kein Thema beschäftigt mich grade mehr als die Titel-Frage. Doktor oder nicht? Hat zu Guttenberg die Doktorwürde zu Recht oder sollte sie ihm aberkannt werden.

Die erste Frage, die sich stellt: Hat er bewusst oder unbewusst Fußnoten vergessen. Oder fast wörtlich den Bericht des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestags übernimmt. Gut, wenn er den Bericht für eine Rede in Auftrag gab, ist dies ja ok. Wenn er diesen auch als Grundlage für siene Doktorarbeit nimmt, ist das auch ok. Jeder andere könnte ja auch die Aufnahme/ Transkription der Rede verwenden. Wenn er wörtlich abschreibt, ist das nicht mehr ok. Jedenfalls nicht, wenn es nicht als Zitat gekennzeichnet ist. Mal eine Fußnote vergessen – das kann wohl jedem passieren, aber hier liegt eine Masse vor, die nicht mehr gerechtfertigt ist.

Warum wurde das also nicht früher gemerkt? Ich mein, es war ein Abschluss mit Summa Cum Laude. Da hätten genug Menschen die Möglichkeit gehabt, stichprobenartig Textstellen zu überprüfen. Klar kennt man nicht alle Quellen zum Thema auswendig und erkennt sie sofort wieder, aber in heutigen Zeiten kann jeder mit einem Internetzugang Sätze eingeben und Aufsätze finden, in denen diese Sätze wörtlich vorkommen. Spätestens seit Google books. Hier liegt also meiner Meinung nach ein großer Fehler der Prüfungskommission vor! Das kann eig schon nicht wahr sein und legt Vermutungen nahe, die wohl besser Vermutungen bleiben.

Das Nächste, was es zu recherchieren gilt, ist die Frage, wie normalerweise verfahren wird, wenn nachträglich Plagiate entdeckt werden. Tatsächlich haben es sich Leute zum Hobby/ Job gemacht, Doktorarbeiten auf Plagiate zu prüfen. Ich hatte genau das als Gruppenarbeitsthema letztes Jahr im Urheberrechtsprozess. Es ist einfach weiterhin eine grobe Verletzung des Urheberrechts auf der einen Seite, aber auch eine unlautere Methode auf der anderen Seite. Jemand übernimmt etwas, was er nicht geschrieben hat und gibt es – weil ohne Quellenangabe – als eigenes Machwerk aus. Dafür wurde schon vielen anderen der Doktortitel wieder abgenommen. Auch nach längerer Zeit, irgendwo las ich von einem Beispiel, wo nach 14 Jahren erst das Plagiat aufgedeckt wurde. Aber nur, weil die Doktorarbeit schon einige Jahre alt ist, wird das Abgeschriebene ja nicht plötzlich zu den eigenen Worten.

Natürlich ist es im “Superwahljahr 2011″ schlecht für die CDU/CSU, wenn so etwas ans Tageslicht kommt. Vielleicht ist es ein gefundenes Fressen für die SPD. Ob nun die ach so böse, böse SPD extra danach gesucht hat oder ob es jemandem eher zufällig auffiel, weil er dachte “Ach überprüf ich halt mal die Doktorarbeiten verschiedener Minister”… Ich weiß es nicht. Theoretisch bin ich auch der Meinung, dass die plagiierte Doktorarbeit zwar ein wenig Guttenbergs Glaubhaftigkeit nimmt, aber generell nicht bedeutet, dass er seinen Job als Verteidigungsminister schlecht macht. Gut, dafür bin ich zu wenig politisch versiert und hab zu wenig Ahnung, um da eine Aussage zu zu machen. Generell war und bin ich der Meinung, dass er theoretisch sein Amt behalten darf. Denn um Minister zu sein, ist die Doktorwürde ja auch nicht zwingend notwendig.

Wichtiger ist, dass ein Doktortitel oft Bevorzugung und auch Anspruch auf ein höheres Gehalt bedeutet, was ein Vorteil ist, der erschwindelt wurde.

Letztendlich geht es mir ums Prinzip. Wir haben einen Mann, der seine Doktorarbeit plagiiert hat. Und er sollte dafür “bestraft” werden. Wie alle anderen auch, die dies getan haben, denn da war er nicht der Erste und wird auch wohl nicht der Letzte sein. D.h. für mich, dass die Uni ihm offiziell die Doktorwürde aberkennen muss. Anders geht es gar nicht. Dass zu Guttenberg den Titel einfach nicht mehr führt, ist für mich nicht akzeptabel, da das eine Freiwilligkeit bedeutet, die “normalen” Doktoranden auch nicht zur Wahl gestellt wird.

Und nicht wundern: Ich kann bis Freitag Mittag nicht ans Internet und deswegen schalte ich die Kommentare auf Manuelle Freischaltung. Übrigens bin ich ehrlich gesagt nicht willig meine Meinung zu ändern.

Gehörig daneben getippt…

…und gnadenlos selbst überschätzt *g

Wie wahrscheinlich fast jeder, verfolge ich auch ein wenig die WM, mindestens aber auf jeden Fall die deutschen Spiele.

Und auf der Arbeit haben wir nun auch ein Tipp-Spiel. Der Einsatz liegt bei 50cent pro Spiel und das Einzige, was zählt, ist das richtig getippte Endergebnis. Das Geld wird in Eis für alle Mit-Tipper investiert ;-)

Nun habe ich die Vorrundenspiele wegen des Schulblocks verpasst und im Achtelfinale mit 3:1 nur knapp daneben gelegen. Aber jetzt beim Viertelfinale lag ich mit 3:2 wirklich meilenweit daneben. Trotzdem bin ich begeistert. Ich bin zwar gegen diesen ganzen schwarz-rot-gold-Kram und diesen Nationalstolz, der nur zur WM rausgekramt wird, aber was soll’s? Es macht mich glücklich, die deutsche Mannschaft gewinnen zu sehen und die Mannschaft bietet auch was für die Augen ;-)

Jedenfalls habe ich mich nach den Achtelfinale gnadenlos selbst überschätzt. Ich war zur Pause nach der ersten Halbzeit davon überzeugt, dass das 2:2 nicht gegeben wurde, DAMIT mein Tipp am Ende stimmt! Aufgrund dessen hat mich das 4:1 am Ende nahezu geschockt, aber natürlich trotzdem gefreut!

In Oslo gewonnen – Wow!

Also ich kann’s ja noch immer nicht so recht glauben… Lena hat tatsächlich gewonnen! WIR haben gewonnen!!

Das ändert nichts daran, dass ich sie nicht mag, aber der Lokalpatriot in mir freut sich natürlich trotzdem riesig =) Und wahrscheinlich gibt es jetzt in jedem Feedreader 50.000 Beiträge dazu, aber naja… Ich schreib trotzdem was :-)

Also generell gab es nur wenige Lieder bei denen ich nicht hin und weg war. Das Album mit allen Titeln steht auf jeden Fall auf meiner Wunschliste. Mir gefielen auch die Weißrussen und der Beitrag aus UK, auch wenn diese nur sehr wenige Punkte bekamen. Ach… Und Alexander Rybak war da *schmacht*

Und Lena hat ganze 9 Mal 12 Points bekommen. Aus Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Norwegen, der Slowakei, Spanien, Schweden und der Schweiz. Und insgesamt haben wir nur 5x gar keine Punkte bekommen, wenn ich richtig gezählt habe.

Grinsen musste ich, als wir nur sehr wenige Punkte aus dem Vereinigten Königreich bekamen und der Kommentator Peter Urban meinte, ob den Briten ihr britische Akzent nicht gefiele. Da muss ich nochmal auf den Spiegel Online-Beitrag hinweisen =)

Am Schluss musste Lena den Siegersong ja nochmal vortragen und erinnerte mich ein wenig an Linus von den Peanuts mit seiner Schmusedecke und dem Daumen im Mund. Der Daumen wär bei ihr das Mikro und die Schmusedecke ersetzte sie durch eine Deutschland-Flagge.

Ich bi nur froh, dass die Griechen nicht gewonnen haben… Wovon hätten die denn im nächsten Jahr den ESC bezahlen sollen?!?

Im Oslo-Fieber

Ich freue micht wirklich schon auf morgen Abend. Irgendwie bin ich ja ein großer Fan von solchen Events wie dem ESC.

Zur Einstimmung gab es schon letzten Samstag eine Sendung auf dem NDR, in der es um Hits aus Skandinavien ging. Dort wurden viele Siegersongs aus Skandinavischen Ländern angespielt und viele waren bekannt. In der Hauptsache ging es aber wohl um Gitte Haenning, Siw Malmqvist und Wencke Myhre. Bisher noch nicht bekannt war mir der Name Dorthe Kollo, aber einige ihrer Titel schon (“oh pardon, sind sie der graf von luxemburg“).

Außerdem habe ich in den letzten Tagenein paar Mal bei Stefan Raab reingeschaut. Eigentlich, weil dort am Dienstag Alexander Rybak (der Sieger des letzten Jahres, natürlich aus Norwegen und suuuuper süß *-*) zu Gast war.

Was mir dabei aufgefallen ist, ist, dass ich Lena absolut schrecklich finde. In einem Artikel, den ich via Twitter gefunden habe (leider weiß ich nicht mehr, wer ihn getwittert hat, wer’s weiß, kann sich ja melden!), wird ihr Englisch kritisiert und da stimme ich zu. Aber genauso wenig mag ich ihre Art zu singen UND ihre Art zu reden, in Interviews zum Beispiel.

Mal sehen, wie weit wir es schaffen – schließlich lässt sich da eigentlich nur schwer eine Prognose abgeben, wenn einmal Lordi mit Hard Rock Halleluja (2006 aus Finnland), dann eine Marija Šerifović mit Molitva (eine SEHR ruhige Ballade, aber sehr schön! 2007 aus Serbien) und dann der absolut schnuckelige Alexander Rybak mit Fairytale (2009 aus Norwegen)…

Ich denke, es wird spannend und absolut vom Abend abhängen. Ich schau es gemeinsam mit meiner Mum in Wathlingen und werde dann nicht online sein…