Letzte Woche und gestern ist mir erst so richtig, richtig bewusst geworden, welch ein großes Glück familiärer Rückhalt sein kann. In der letzten Woche habe ich einige Stunden meinen Bruder zu Gast gehabt, gestern waren es meine Eltern und mein Bruder.
Seit ich hier in Darmstadt wohne, sind die Momente mit meiner Familie sehr rar geworden. Aber der Kontakt zu meiner Familie ist besser als zu viele Freunden. Bei einigen war das wohl “aus den Augen, aus dem Sinn”. Und wenn man was braucht – und sei es nur eine Auskunft, dann meldet man sich. Klar kriege ich Reaktionen, wenn ich jemanden anschreibe. Aber von sich aus melden sich einige gar nicht oder nur, wenn sie was wollen oder brauchen.
Familie hingegen ist viel uneigennütziger. Wenn ich reden will, finde ich immer ein offenes Ohr. Und die Entfernung tut dem Verhältnis zu meinem Vater echt gut. Wir gehen uns an die Gurgel, wenn wir im selben Haus leben, aber wir verstehen uns blendend, wenn 400 km zwischen uns liegen.
Mein Vater war es auch, der mir die Entscheidung mit dem Auszug aus der WG Ende Februar abgenommen hat und dadurch alles beschleunigt hat. Nun kann ich wieder glücklich werden. In meiner wunderschönen eigenen Wohnung, die er inspiziert und für gut befunden hat.
Nun sitze ich seit gestern auf meinem Sofa, dass endlich auch seinen Weg nach Darmstadt gefunden hat, bewundere das Plissee an meiner Balkontür und empfinde pures Glück. Weil ich eine Familie haben darf, in der zwar nicht immer alles gut ist, in der der Zusammenhalt aber umso großer ist.