Ich komme mir in letzter Zeit vor, als hätte ich 2 verschiedene Persönlichkeiten, ja. Und so richtig wohl fühl ich mich damit nicht. Ich würd gern einen Mittelweg finden, aber naja, hab noch keine Idee, wie ich das machen soll.
Bei der Kirche, in der Schule und auf der Arbeit bin ich immer ziemlich hibbelig. Könnte mich über jeden kleinen Kommentar totlachen, komme mir fast vor, als würde ich irgendwelche Drogen nehmen, nur um besser drauf zu sein. Aber so bin ich dann nun mal drauf. Eine Klassenkameradin, die auch ein FSJ Kultur gemacht hat (sie ist die Vorgängerin von Kristina H. – falls ihr noch meine Scheersberg Fotos im Kopf habt), brauche ich nur anschauen nd wir zwei gackern wie die Hühner. Ich rede dann immer sehr viel und ja, bin einfach total aufgedreht. Beim Konfa bin ich außerdem komplett verpeilt. egal wie gut ich vorbereitet bin, ich kann mich trotzdem nicht ausdrücken und habe plötzlich absolutes Chaos im Kopf.
Zuhause geht es meistens noch ein Stück weiter. Ich bin ziemlich vorlaut, schmiede massenhaft Pläne, höre Musik und hüpfe auf dem Stuhl rum, oder direkt durch mein ganzes Zimmer. Zuhause kann ich übrigens keine Ordnung halten – obwohl genau das auf der Arbeit mein Job ist.
Zuhause und im Garten kann ich mir auch einfach mal die Kamera schnappen und einfach drauf los fotografieren. Sobald ich in der Öffentlichkeit bin, geht das nicht mehr. Besonders wenn ich jemanden anders mit einer Spiegelreflex sehe, ist es als wenn sich ein Schalter umlegt und ich keine Ahnung habe, wie das Ding funktioniert – obwohl ich auch so nicht wirklich viel technische Ahnung habe. So kommt es, dass ich sehr oft meine Kamera eingepackt mit mir rumschleppe, obwohl ich doch so große Pläne hatte und bei meiner Mum noch argumentiert habe, dass ich ohne Kamera nicht mitkomme, schließlich will ich ja Fotos von bestimmten Dingen machen – und ja auch schon ein Konzept dafür im Kopf.
Und privat, mit meinen Freunden, bin ich dann die absolute Spaßbremse. Habe ich fertig gearbeitet, fahre ich direkt nach Haus, statt noch ne Std mit meinen Freunden zu reden, zu chillen, Zeit zu verbringen. Ich sage kaum etwas und mache meistens einen abwesenden, negativen Gesichtsausdruck. Ja auf der Arbeit halten mich alle für irre, privat bin ich todeslangweilig. Ich muss tausendmal überredet werden, mitzukommen auf Parties. Bin dann zuhause noch Feuer und Flamme, aber im Auto hab ich schon keine Lust mehr. Ich mag auch nichts trinken und ich mag nicht in Celle bei Freunden übernachten. Ich will einfach nur nach Hause in mein Bett, weswegen ich mich meist schon früh aus dem Staub mache.
Früher war es andersherum. Auf’m Gym hatte ich nicht viele Freunde, ich hab den Unterricht abgesessen ohne viel zu reden und bin dann nach der Schule fast jeden Tag bis zum letzten Bus in Celle geblieben, um meine kostbare Freizeit mit meinen Freunden zu verbringen, die zwar wussten, dass ich wie’n artiges Mädchen aussehe, es aber auch faustdick hinter den Ohren haben kann. (Schließlich kenne ich meine guten Freunde Berit und Johann nur, weil sie ich sturzbetrunken aufm Rasen gefunden und mich in die Kneipe auf’s Sofa gebrachen haben. Und ich wurde nicht abgefüllt, ich hab vorsätzlich selber so viel getrunken.)
Das einzige, was mich immer verfolgt, ist die Angst etwas falsches zu tun und dafür nicht mehr gemocht zu werden. Und der ständige Wunsch, in den Arm genommen zu werden.
Was ist jetzt die richtige Jana? Welche ist die Jana, die ich sein möchte? Ich hab das Gefühl, vieles gefunden zu haben, was passt, aber ich bin eben noch nciht so ganz angekommen.