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Mein Tag

Heute hatte ich einen echt anstrengenden Tag!

Heute früh fiel es mir echt schwer, aufzustehen. Nachdem ich Sonntag gearbeitet habe, hatte ich ja nur ein Wochenende von einem Tag und befinde mich nun schon am 4. Arbeitstag hintereinander. Leider weiß ich ja jetzt schon, dass ich am Samstag auch um 8:00 am Gemeindehaus sein muss… Ich mach das ja echt gerne, aber ich hab das Gefühl, dass wochenlang nichts passiert und dann alles auf einmal und das wird mir dann halt schnell zu viel.

Aber von Anfang an: Heute morgen hatte ich es also, wie bereits gesagt, schwer, überhaupt aufzustehen. Hab mich dann ein wenig beeilt, wusste aber, dass ich spät dran bin. Rein ins Auto und los. Denkste! Mein Auto sagt:

Service: OIL (blinkt)

Was machen?!? Ja genau, Mum rufen. Die prüft den Ölstand und findet, dass es zu wenig ist. Dad behauptet am Handy aber, dass wir das Öl im Keller nicht finden werden und schickt uns in die Werkstatt. Dort sagt uns der Meister allerdings, dass das Auto nur den Ölwechsel ankündigt, der heute genau 365 her ist!

Scheint also nicht so schlimm zu sein, Öl soll wohl genug sein. Ich mach mich also auf den Weg und … Steh im Stau. Es wird ja die neue Umgehungsstraße gebaut und daher kann man von Nienhagen nicht direkt nach Adelheidsdorf fahren (hier wird umgeleitet und alle fahren verkehrt in die Einbahnsttraße Fuchsweg!) und bei Wallach steht eine Baustellen-Ampel, wodurch sich der Verkehr bis zu der Kreuzung, wo es eigentlich nach Nienhagen geht, staut. Es kostete mich eine halbe Stunde, bis ich endlich normal weiter fahren konnte.

Das brachte mich dazu, dass ich erst um 10:15 auf der Arbeit war – und das, wo ich grad bei einem 4-tägigen Seminar mitmache und man ja eigentlich pünktlich sein sollte. Gut, dass ich die Gruppe nicht alleine leite.

Leider hatte ich bisher auch nicht den Mega-Kontakt mit der Gruppe, weil ich viele organisatorische Dinge nebenher mache (die Bilder für alle beteiligten Parteien – 2 Schulen und die Gedenkstätte – kopieren, den Beamer und Laptop organisieren, Dienstreise-Anträge schreiben, sonstiges klären).

Nach der Arbeit war dasn Jugendgruppe und wir haben Birte im evju besucht. Total tollig – wir durften Tassen mit Porzellanfarbe bemalen. Ich hab schon immer die Leute beneidet, die schon seit Sommer 07 eine solche Tasse hatten^^

Und jetzt sitz ich hier und muss dringend ins Bett, damit ich morgen fit bin!! Denn der Tag wird bis halb 10 mindestens gehen und sollte im Bestfall schon um spätestens 7 beginnen.

Zeitzeugen-Problem

Heute ist mal wieder das Zeitzeugen-Problem deutlich geworden, das wir auch schon in der Diskussion mit Dem Bundestagspräsidenten im Januar thematisiert haben. Leider werden diese ja immer älter, so dass es in einigen Jahren nicht mehr möglich sein wird, Überlebende als Zeitzeugen bei der Gedenkstunde im Bundestag reden zu lassen und wir wurden nach unserer Meinung hierzu gefragt.

Kurz zur Erklärung: Ich arbeite ja in einer Gedenkstätte und wir nutzen natürlich jede Möglichkeit, Interviews mit Zeitzeugen zu führen, um diese so für die Nachwelt zu erhalten. Außerdem sind wir auch immer wieder glücklich wenn diese Zeitzeugen auch mit Jugendlichen reden.

Im April teame ich bei einem Seminar, bei den die Jugendlichen auch mit einem Zeitzeugen reden sollten. Leider hat dieser Zeitzeuge heute morgen abgesagt. Ich verstehe seine Begründung voll und ganz. Mit seiner Schwester hat die Gedenkstätte guten Kontakt, doch zu ihm bisher noch nicht – trotz seiner guten Deutschkenntnisse (er lebt in den Niederlanden). Nun fällt es ihm aber doch schwer, in 3 Wochen zu kommen.

Und wie gesagt, ich verstehe das. Menschen sind halt verschieden. Einige können darüber reden und tun das auch öfter in Schulen oder Gedenkstätten und schreiben ihre Erinnerungen in Bücher und manchen fällt das halt nicht so leicht.

Und innerhalb der nächsten 3 Wochen ist es zu schwer, einen „Ersatz“ zu finden. Schließlich müssen alle von weiter weg anreisen -  und sind ja alle nicht mehr die jüngsten.

Grade erst gestern habe ich zwei Brüder (sie nannten sich liebevoll bei ihren Spitznamen) in der Gedenkstätte begleitet – über sie wurde ein Film für die Gedenkstätte Westerbork gedreht. Der Ältere der beiden (1933 geboren) sagte, dass er oft in Yad Vashem als Zeuge ist, er lebt aber auch in Israel.

Nun, wo unser Zeitzeuge für das April-Seminar abgesagt hat, müssen wir andere Wege finden, damit umzugehen. Wir können lediglich dieses Problem thematisieren und deutlich machen, wie wichtig a) die Interviews sind und b) Jugendliche, die doch Zeitzeugen kennen lernen und dann als Multiplikatoren wirken können.

Unsere Idee ist nun (ich leite mit einer Kollegin die kreative Gruppe, die zeichnen soll), dass wir mit den Ausstellungsinterviews arbeiten und aus diesen Situation gezeichnet werden sollen. Die Ergebnisse kann man den Leuten dann (wenn diese und die Gruppe einverstanden ist) per Post zuschicken, so dass sie sehen, dass ihr Interview von Bedeutung ist, weil Jugendliche damit arbeiten können.

Und zum anderen müssen wir Teamer jetzt noch viel mehr von unseren Erfahrungen berichten. Es war für mich gestern irre interessant mit den Brüdern durch die Ausstellung zu gehen, weil sie immer wieder Leute kannten. Auch Namen aus der SS-Wachmannschaft („Wir kannten diese Menschen, aber Freunde waren das nicht“).

Ich finde dieses FSJ Kultur echt übelst klasse. Ich bin so stolz, dass ich diese Chance habe!

Japaner Vol.2

Heute waren sie also da, meine Japaner.

Ich weiß gar nciht wie viel die wussten, die Std. kam mir noch kürzer vor als ich sie geplant hatte. Und dabei hab ich überzogen und sie waren länger da.

Aber mal von Anfang an^^ Es wurde konsekutiv übersetzt, die Übersetzerin kannte aber die Gruppe nicht, da sie in Deutschland lebt und nur als Begleitung engagiert war. Letztlich hat die Gruppe kein deutsches Wort verstanden, sie konnte aber englisch, was bei Fragen in der Ausstellung ganz gut war. Es waren ca. 18 Mädchen, so ca 16/17 Jahre alt, würd ich schätzen.

Ich habe also doch den allgemeinen Kram über Konzentrationslager in Deutschland sehr sehr kurz gehalten und bin dan auch sehr sehr kurz auf die Phasen von Bergen-Belsen eingegangen. Dann sind wir (im strömenden Schnee quasi) zu den Fundamenten von Baracke 10 gegangen, wo ich noch kurz was zu Kindern in B-B gesagt hab und auf dem Rückweg hab ich auf dem Steinernen Weg angehalten, um wenigstens von weitem (und schlecht zu erkennen durch die weiße Schneewand) das jüdische Mahnmal, die Gedenksteine der Verwandten, den Obelisken und die Inschriftenwand zu zeigen.

Dann noch schnell rein in die Ausstellung und erklärt, dass der erste Teil über das Kriegsgefangenenlager ist und man auch Fotos der erwähnten Erdhöhlen sehen kann, weiter in den konzetrationslagerteil, um Fotos der Briten nach der Befreiung zu zeigen und dann hoch in den Displaced-Persons-Teil um Fotos vom religiösen Leben, der Theatergruppe uä der DPs in den Kasernen zu zeigen wo die jüdischen Überlebende ja noch zum Teil 5 Jahre in unmittelbarer Umgebung (3km) zum ehemaligen Lager gelebt haben.

und dann kam das aller aller aller beste: Ich hab ein Geschenk bekommen!!! Japaner sind ja sooooo höflich. Ich war nie so sehr auf dem Japan-Trip, interessiert hat mich das Land gar nicht, aber durch Maru und Sari ist mein Interesse nun schon ein wenig geweckt.

Und hier Fotos meines Geschenkes, das für mich ein Gesamtkunstwerk darstellt :-D

imgp0826Die Äußere Tüte, die mir vorher gar nicht aufgefallen war, obwohl die Betreuerin der Gruppe (die mich mit „Konnichi wa“ begrüßte =)) sie die ganze Zeit trug.

imgp0828Die nächste Überraschung: wunderschön verpackt!

imgp0832Der Inhalt: 2 Tüten mit „salzigen Crackern“. Ich bitte, die Tüte Silica zu beachten, weil die Motive so genial sind^^ und auch diese kleinere Verpackung war ein Hingucker, eine Art „Folie“ in die Seidenfäden eingewebt sind.

imgp0833Und last but not least, der „Beipackzettel“, auf dem Sonstwas stehen könnte, ich versteh ja nichts. aber ich find ihn sooooooooo schööööön!!

Japaner

Morgen hab ich die Ehre, mal wieder eine Führung zu machen. Die letzte – ich weiß gar nicht, ob ich darüber berichtet hatte – war ja leicht in die Hose gegangen. Und wieder eine nicht ganz so normale Gruppe: 18 Japaner.

Mein Problem ist im Moment, dass ich gar nciht weiß, was mich erwartet. Es ist nicht so, dass ich negativ auf morgen blicke, nein, ich bin echt gespannt was mich erwartet.

Was ich weiß, ist dass die Gruppe vermutlich um 10:30 hier sein wird, eine Stunde bleiben (eine normale Führung dauert 3 Std + Ausstellungsbesuch) und es werden 18 Personen sein. Ich weiß aber nicht, welche Altersgruppe. Ich soll auf deutsch reden (was mir eigentlich gefällt), allerdings wird eine Reisebegleitung das Ganze übersetzen. Ich bin also gespannt, ob das simultan oder konsekutiv sein wird. Wenn konsekutiv, dann muss ich ja auch einplanen, wo ich Pausen mache und ich hab dann weniger Zeit für das was ich vermitteln will.

Das bringt mich zum nächsten Punkt. Was weiß eine Gruppe aus Japan über Hitler, das Dritte Reich und Konzentrationslager im Allgemeinen? Normalerweise kann man Gruppen, die hierher kommen immer Sachen Fragen und die wissen dann schon, dass Hitler die Russen noch weniger mochte als Franzosen zum Beispiel. Und was erwarten die schließlich von meiner Vermittlung. Wollen die, dass ich ihnen Informationen liefere oder reicht es, wenn wir uns neben eine Ausgrabung stellen, ich sage „das war die Entlausung“, die Japaner „knips-knips“ machen können und wir zum nächsten Punkt gehen?!? Wollen die Zeit in der Ausstellung verbringen oder werden sie auch dort nur durchhechten und 3 Fotos als Beweis ihrer Präsenz dort machen?!?

Ein Kollege erzählte in dem Zusammenhang, er habe am Wochenende eine italienische Gruppe geführt, die auch konsekutiv übersetzt wurde. Er redete also 5 Minuten über BB und sie übersetzte das mit „informacion generale“, was jeder Laie ohne Italienisch-Kenntnisse noch als nicht zureichende Übersetzung bemerkt.

Ich bin also gespannt, was morgen wird und werde mich mit allem arrangieren, obwohl ich schon im Kopf hab, was ich denen eigentlich gerne mitteilen würde. Aber ich kann ja schließlich nicht kontrollieren, was bei denen ankommt. Vielleicht sollte ich doch lieber Englisch sprechen, das können Japaner doch auch. Oder vielleicht kann die japanische Gruppe ja doch deutsch. Ich glaub, ich werde danach berichten =)…

Lichtspielhaus

Ich komme gerade von einer Führung. Habe die kurze historische Erläuterung und eine Station der Führung übernommen. Das war eine 9. Klasse aus Hannover, ich glaube Gym. Sehr interessiert und auf Nachfrage wussten die richtig viel. Außerdem hat man es selten, dass die Klasse von sich aus so viel fragt. Klar, man kann hier vieles erzählen und damit sicherlich 2 Tage füllen, aber man hat halt nur ca. 3 std für die Führung, damit die Jugendlichen auch noch genug Zeit in der Ausstellung haben – zumindest die, die es sehen wollen. Die die sich nicht für Ausstellung interessieren, keine Texte lesen wollen, haben auch genug Möglichkeiten noch Zeit auf der Toilette, der Cafeteria oder an den Medienstation rum zu kriegen. Schon allein, wenn man jede Medienstation, die ja nur ca 10 min dauert, angucken will, kann man nen ganzen tag in der Ausstellung bleiben. Das schöne an den Medienstationen – aus meiner Sicht – ist allerdings, dass man bei allen den text mitlesen kann, bei einigen jedoch muss. Denn es keine Synchronisation. Es spricht der mensch, der das ganze erlebt hat, in der Sprache, die ihm/ihr dafür am liebsten ist. Einige reden deutsch, aber viele auch russisch, polnisch, englisch, hebräisch, …

Nun schweife ich schon fast ein wenig ab. Nun ja, man kann also ne Führung machen die 2 Tage dauert… hat aber niemals so viel Zeit. Darum freuen wir uns über jede Frage, die gestellt wird, weil wir daran sehen, WAS die jugendlichen, die vor uns stehen, denn überhaupt wissen wollen. Und antworten auf Fragen, zeigen, was wir nicht sooo genau erklären müssen, weil es ihnen schon aus dem Unterricht bekannt ist. Das macht eine Führung viel lebendiger und hilft diese auf die Gruppe abzustimmen.

So, aber das alles erklärt eigentlich noch gar nicht, warum der Post „Lichtspielhaus“ heißt^^. In dem Fall wollte ich einfach mal ein Wort einstreuen. Ich komme grad in mein Büro, setze mich an meinen schreibtisch, ruckele an der Maus, damit der Bildschirm wieder angeht und sehe an der Bürotischlampe, die ich eigentlich nie benutze, diesen miniMagnet mit der Aufschrift „Lichtspielhaus“.

Der stammt noch aus dem Dezember als wir einen interessanten Adventskalender hatten, an dem für einen Tag ganz viele dieser miniMagneten waren und viele sich den einen oder anderen mitgenommen und im Büro angepappt hatten. Sinn war es, Wörter zu retten, die am Aussterben sind. z.b. „Gänsewein“, „Dreikäsehoch“, „Lichtspielhaus“, „Backfisch“ und wirklich ganz viele andere, die ich nun auch nicht mehr zusammenkomme. Aber vielleicht hilft es, wenn ich einen Rundgang durch die Büros unternehme und schaue, welche Wörter ich wieder auftreiben kann^^

Das bringt mich dazu, weswegen ich nämlich auch grade an „Lichtspielhaus“ denken musste – Ich schlage meinen Kalender auf und sehe den Eintrag für Gestern „Kino: Twilight“. Ja, Twilight ist gestern angelaufen und ich hab nicht mal das Buch gelesen. Mir geht es da wie der Sari: es verfolgt mich irgendwie. und zumindest ICH bin mir nicht sicher, ob ich das will. Aber ich kenn mich und weiß, dass ich viel zu sehr Mitläufer bin und daher dem Drang den Film mindestens zu schauen, um Mitreden zu können, nachgeben werde. Obwohl ich noch nicht weiß wann und ich werde sicherlich das Buch erst im Nachhinein lesen, und auch nur, wenn’s mir gefällt. Ich hab zumindest schon jemanden gefunden, die’s mir ausleihen wird. Also ich bin gespannt!

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