Praktika

Ein paar Mal habe ich nun schon von meinen Praktika in der Ausbildung berichtet und doch nie wirklich viel verraten.

Ehrlich gesagt liebe ich Praktika! Ich liebe es, zu einem neuen Arbeitsplatz zu gehen, dort als Praktikantin betreut zu werden, meine Aufgaben zu erledigen und finde es meist schade, wenn ich wieder gehen muss.

Das liegt an mehreren Gründen:

1. liebe ich es, neue Gebäude auch in den internen Bereichen kennen zu lernen! Auf meiner Arbeit kenne ich doch jeden Gang. Ich genieße es immer noch, durch die Tür “Nur für Personal” zu gehen, aber woanders, mit mehr Publikumsverkehr, finde ich das noch aufregender! Ich weiß, das ist total albern, aber kleine Freuden verschönern das Leben oder nicht?

2. ist die Arbeit eine ganz andere. Also ich hasse es, wenn ich als Praktikantin auch als “Dummerchen” behandelt werde. In der öffentlichen Bibliothek war es zum Beispiel so, dass mir viele Sachen erklärt wurden, die schon Teil des 1. Lehrjahres waren. Ich bin ja nun schon im 3. Lehrjahr und daher war ich an den total theoretischen Grundlagen nicht mehr interessiert, ich wollte die Praxis sehen. Aber: als Praktikantin wird man nicht so in die Arbeit geworfen, wie es die Auszubildenden werden oder gar die Mitarbeiter. Man steht nicht unter Druck und man kann nachfragen. Man kostet den “normalen” Mitarbeitern natürlich mehr Zeit…

3. finde ich die Mitarbeiter immer nett. Ich habe kaum eine Chance, irgendwelche negativen Spleens kennen zu lernen. Und wenn ich eine Person dann doch nicht so sehr mag, dann seh ich sie ja nach dem Praktikum nicht mehr wieder. In diesem Fall geht es übrigens um den persönlichen Aspekt und nicht den fachlichen. Da bin ich durchaus in der Lage, zu unterscheiden.

Irgendwie vermisse ich die Praktika schon jetzt, wenn ich denke, dass ich bald mit der Ausbildung fertig bin und dann einen Job haben werde, in dem ich einen festen Arbeitsplatz ohne viel Abwechslung haben werde :(

praktikum in der marathon-woche

Gerade mache ich 2 Wochen Praktikum in der öffentlichen Bibliothek. Da das ja auch eine Fachrichtung meines Berufes ist und eine öffentliche Bib ganz anders arbeitet als eine wissenschaftliche, ist das sehr sinnvoll. Ich hab auch schon ein bisschen was daraus mitgenommen. Da wird sicher auch noch ganz viel kommen, schließlich hab ich erst 3 Tage hinter mir. Für den Unterricht der Berufsschule ist es auf jeden Fall sehr hilfreich. In der Abschlussprüfung hingegen wird bei mir ja nur noch Archiv geprüft.

Beim Einstellen in der Bib hab ich auch schon einige interessante Bücher gefunden. Besonders diese “… für Dummies”-Reihe finde ich lustig, wobei ich heute überlegt habe, dass ich diese wohl man ausleihen sollte und teste, ob sie wirklich so geeignet sind, wenn man so wenig Ahnung über ein Thema hat, dass man sich als “Dummie” bezeichnet. Und auch viele andere Bücher habe ich gefunden… Ich muss z.B. jeden morgen die Bücher der Gruppe “Technik” einstellen und heute morgen stand ich am Regal und mein Blick fiel auf die Regale mit den Fotografie-Büchern. Es ist grandios, was die alles so da haben und da kann man die Bücher ausleihen, die in der Anschaffung doch recht teuer sind und notfalls ja auch trotzdem noch kaufen, wenn ein Werk sich als sinnvoll für den eigenen Besitz herausstellt.

Allerdings ist dafür diese Woche kaum Zeit, denn ich hetze von Termin zu Termin. Ein Glück, dass ich im Praktikum bin… Die Bib ist nämlich direkt in der Stadt, so dass ich einige Wege spare und als Praktikantin muss ich nicht meine 39 Wochenstunden erfüllen. Natürlich würde ich auch die 39 Std erfüllen, wenn ich müsste, aber ich werde immer früher nach Hause geschickt. Wer sagt, dass einem das nicht gefällt, der lügt :D

Alles hat ein Ende

Ja, auch die Zeit, in der ich in Hannover gearbeitet habe und dort zur Schule musste. Nach 2 Wochen Praktikum, 1 Woche Schule, 1 Woche normaler Arbeit bei uns, 5 Praktikum und nochmal 2 Wochen Schule bin ich jetzt schon die zweite Woche wieder bei uns auf der Arbeit und hab mich von der Hannover-Fahrerei erholt. Echt, mir geht das sowas von auf die Nerven, wobei ich tatsächlich finde, dass Bahn-Fahren für mich die sinnvollste Lösung ist.

Jetzt konnte ich mich sozusagen wieder “erholen” und das obwohl ich gearbeitet habe letzte Woche! Nach endlosen Wochen der Stagnation habe ich auch wieder was in meiner Wohnung getan. Denn zur Fahrerei kamen noch etliche Termine in der evju und z.B. auch Frisör und einkaufen, Essen kochen, Schlafen, soziale Kontakte pflegen. Für letzteres habe ich jetzt facebook entgültig für mich entdeckt, aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Jedenfalls hatte all das zur Folge, dass ich nur Küche und Bad wirklich sauber gehalten hab. Im Wohnzimmer wurde nur die Tasche hingeworfen, der Inhalt ausgetauscht und viel davon munter auf Sofa und Fußboden verteilt – zur besseren Übersichtlichkeit natürlich. Nun hatte ich letztendlich Zeit, mich auch wieder um das Wohnzimmer zu kümmern und habe direkt eine Lichterkette in den F enstern aufgehängt.

Also mir gefällt’s, auch wenn das Licht vielleicht etwas kühl wirkt…

Hach, als nächstes kommt die andere Hälfte des Wohnzimmers. Allerdings im Laufe der Woche schon, da ich am Samstag Besuch hier erwarte *g

Heute im Zug #01

Mein Kollege und ich sind momentan grad beide im Praktikum in Hannover und heute sind wir im selben Zug nach Hause gefahren. Wir saßen im metronom und ein Stück weiter saß eine Gruppe, 2 kleine Mädchen (vll 6/7 und 9/10) und ein älteres Mädchen. Die drei gehörten zusammen, aber ich weiß nicht wie. Ist ja auch egal.

Das ältere von den kleinen Mädchen rief irgendwann mit dem Handy ihre Oma an, aber der Anruf war schnell beendet, man hörte nur noch ein sehr lautes “hem? … hem?… hem?”

Mein Kollege erzählte mir dann etwas von einem Funkloch kurz vor Celle und ob ich damit schon Erfahrung gemacht hätte. Ich verneinte, schließlich telefoniere ich eigentlich nie mit meinem Handy. 90% der Zeit ist sowieso der Akku leer. Ich telefoniere maximal von der Arbeit oder Schule mit meiner Mutter, um wichtige Dinge wie einen Treffpunkt oder eine Uhrzeit abzuklären oder mit meiner besten Freundin, weil sie häufig nicht zuhause ist.

Das überraschte meinen Kollegen doch sehr. Gestern hätte eine Asiatin neben ihm im Zug gesessen, die während der gesamten Fahrt bis zu ihrem Ausstieg (schon vor Celle) telefoniert hätte – auf ihrer Muttersprache. Das interessierte ihn eigentlich nicht besonders, hielt ihn aber von seinem Archivkunde-Lehrbuch ab.

Dann telefonierte das ältere der kleinen Mädchen wieder. “Oma, wir haben die Pferde vergessen … Ja, die sind in der Blumenschachtel … Oma? hem? … (immer lauter werdend) Oma? hem? … hem?* (zu den anderen:) Mhm, aufgelegt” – Mein Kollege leise zu mir: “nee, tot”.

Was habe ich gelacht^^ Ich konnt mich kaum noch einkriegen und mein Kollege schaute mich nur komisch an. Ihm war gar nicht bewusst, wie zweideutig seine Aussage wa, hat danach aber auch herzlich gelacht und ich denke, wir wurden nur blöde angestarrt, weil wir vor Lachen kaum noch atmen konnten. Mensch, hab ich das gefeiert und nach dem kleinen Jungen auf dem Bahnsteig, der seinen Rolltrolli hinter sich herzog, während die Rollen in die Luft standen, war dann alles vorbei =)

*ein bisschen improvisiert, aber so war’s in etwa

Wie die Zeit vergeht. Nicht.

Die Zeit vergeht auch mal gar nicht, wenn mal wirklich darauf wartet, oder?

Am Morgen geht es meistens noch ganz gut, nach einigen erledigten Aufgaben (in meinem Fall eingegebene Datensätze) schaut man auf die Uhr und denkt sich “Woah, schon 2 Std. rum, das verging ja wie im Flug!” Aber so bleibt es leider nicht. spätestens 1 Std vor’m Mittag zieht sich die Zeit wie Kaugummi. Man beginnt also im 5-Minuten-Takt auf die Uhr zu schauen und fragt sich, warum nicht bereits mehr Zeit vergangen ist, weil es gefühlt schon später sein könnte.

Eine gute Hilfe ist meistens eine kurze Ablenkung. Ein Kollege oder eine Mit-Praktikantin zum plauschen, ein iPod für 5 Minuten Musik.

Und nach nur wenigen Minuten ist man wieder produktiver als wenn man sich zwingt einfach durchzuarbeiten und dann macht’s auch wieder mehr Spaß.